Die Gründerzeit des ältesten Reitverein
Bayerns
Man schrieb das Kalenderjahr 1920. Die Nachkriegswirren des schrecklichen
Weltkrieges 1914/18 haben sich gelegt. Der deutsche Kaiser war nach
Holland geflohen, in Bayern der König abgesetzt, anstelle des
Königreiches der Freistaat Bayern ausgerufen.
Die vom Kriege heimgekehrten Rottaler Bauernsöhne, welche
teilweise in Reiterregimenten ihren Kriegsdienst versahen und nun
in der Heimat wieder ihrer Arbeit nachgehen konnten, schlossen sich
zu einer Interessengemeinschaft zusammen und pflegten, im Krieg
des Reitens kundig geworden, in ihrer Freizeit den Sport im Reiten
und Fahren und in der Ausbildung ihrer jungen Rösser.
Auf Betreiben der Rottaler Warmblutzüchter wurde in Pfarrkirchen
vom Pferdezuchtverband eine Reit- und Fahrschule gegründet.
Der damalige Oberlandstallmeister konnte für dieses Vorhaben
gewonnen werden. Schon 1920 war der erste Reit- und Fahrkurs. Teilnehmer
waren alles Rottaler Bauernsöhne.
Im Herbst 1923 wurde eine Reitergruppe zusammengestellt, die auf
Einladung des 17. Reiterregiments, welches in Straubing kaserniert
war, 3 Wochen zur Ausbildung einberufen wurde. Als diese Gruppe
wieder zurückkam, nahm sich der damalige junge Alois Graf Arco
Zinneberg auf Schloss Schönburg, selbst ein leidenschaftlicher
Reiter und Vollblut-Züchter, ihrer an. Es wurde in dieser Gruppe
nicht nur geritten, sondern auch Einspänner, Zwei- und Mehrspänner
gefahren. Die großen Weiden an der Rott um Karpfham und Weihmörting
boten sich geradezu ideal an für die Reit- und Fahrübungen.
Das Jahr 1923 ist das Gründerjahr des Rottaler Reit-
und Fahrvereins.
Eine Interessengemeinschaft von Idealisten für die Ausbildung
ihrer Rösser im Reiten und Fahren, sowie von fördernden
Mitgliedern, waren es, die den Verein gründeten. Der
erste Vorstand der Bauer Josef Niedermeier in Weghof. Er
war dies bis zum Jahr 1932.
Graf Alois Arco-Zinneberg, Schönburg
Er lernte den Rottaler Bauernsöhnen das Reiten
Schon 1928 wurde der erste Zehnerzug zusammengestellt,
gefahren von Markus Hartl in Singham. Dieses Zehnergespann wurde
erstmals am Karpfhamer Fest gezeigt und dort der Öffentlichkeit
vorgestellt. Das Gefährt bestand aus zehn Stuten, davon waren
von Hartl selbst acht und die anderen zwei von Maria Freudenstein
(Posthalter) in Karpfham. Für diese Anspannung haben sich besonders
die Töchter der Hengste Gardist und Ettal gut bewährt.
Sie hatten eine ruhige Gangart und waren in der Führung sehr
verlässig. Die Anspannung wurde für 6 Pferde vom niederbayerischen
Pferdezuchtverband gestellt und für 4 Pferde vom Rottaler Warmblutzuchtverein
Griesbach, der damals bereits ins Leben gerufen war.
An der DLG-Wanderausstellung in München im Jahr 1929 haben
sich neun junge aktive Reiter des Vereins an der Dressurprüfung
beteiligt. Hans Haslinger erhielt einen l. Preis, Hans Wasner den
3., Josef Niedernhuber, Schöffau den 4., Josef Haslinger den
5. und Kajetan Schätz den 6. Preis. Außerdem stellte
Josef Wasner einen Viererzug auf der DLG Wanderschau in München
vor. Das war ein großer Erfolg für den Verein.
Die Ausbildung versah Graf Alois Arco-Zinneberg, im Volksmund „der
Graf von Schönburg". Bis zum Jahr 1934 hatte er diese
Tätigkeit inne.
1932 wurde der Bauer Markus Hartl aus Singham der nächste
Vorstand, was er auch über die Kriegsjahre, bis zum
Jahr 1955 blieb.
Eine Nennungsliste zum „Reiter-Sport-Fest" am 29. Juni
1932 des Rottaler Reit- und Fahrvereins zeugt damals schon von einer
regen Teilnahme Rottaler Bauernsöhne unter Reitlehrer Müller
vom Landgestüt Landshut.
Die Leistungsprüfungen waren ausgeschrieben für
Pferdewettschwimmen, Quadrillenreiten, Jagdspringen, Reiterspiele
im Stuhlreiten im Galopp und im Trab, Wurstschnappen und zum Ende
eine Fuchsjagd - eine reiterliche Veranstaltung, die sicherlich
das halbe Rottal auf die Beine brachte. Die Rott stand für
das Wettschwimmen zur Verfügung.
Man ließ sich etwas einfallen um Leben in die Turniere zu
bringen.
Die Reithalle wird gebaut
Die ehemalige Haushaltungsschule in Rotthalmünster wurde 1949
vom Freistaat Bayern übernommen. Diese wurde in die Landwirtschaftliche
Ausbildungsstätte der Tierzucht- und die Landwirtschaftsschule
Rotthalmünster umfunktioniert. Der erste Direktor und Amtsleiter
Albert Niedermeier führte für seine Schüler Reitkurse
ein und machte sich für die Erstellung einer Reithalle stark.
Mit dem Bau wurde 1956 begonnenen. 1955 wurde Hans Haslinger von
Weihmörting zum Vorstand gewählt. Hans Holzeder Berating,
sein Stellvertreter.
Es ist ausschließlich der Initiative Niedermeiers und der
Mithilfe des damaligen Vorstandes Haslinger zu verdanken, dass der
Bau zustande kam.
Die Marktgemeinde machte mit und stellte kostenlos ein Grundstück
zur Verfügung.
Nach der Genehmigung durch den Kreistag konnte Niedermeier den Bau
beginnen. Da keine Mittel für die Finanzierung bereit standen,
zwischenfinanzierte Niedermeier den Rohbau aus persönlichen
Mitteln.
Erst mit Beschluss vom 7.12.1957 war der Landkreis Griesbach als
Bauträger der Halle bekannt.
Die Marktgemeinde Rotthalmünster übereignete das in ihrem
Besitz befindliche Grundstück an den Landkreis, dieser wiederum
das Grundstück mit Halle kostenlos an den Freistaat Bayern,
der die Unterhaltspflicht übernahm.
Die Halle untersteht nunmehr der Leitung der Höheren Landbauschule
Rotthalmünster; der Rottaler Reit- und Fahrverein darf sie
für seine Mitglieder kostenlos benützen.

Reithalle des Bayerischen Reiterzentrums Rotthalmünster,
erbaut 1956
Direktor Albert Niedermeier führte die Reitkurse in seinem
Schulprogramm und hielt eine Anzahl von Reit- und Fahrkursen unter
führender Mitwirkung von Reitlehrer Euringer vom Pferdezuchtverband
Niederbayern/Oberpfalz e.V., Sitz Landshut. Dieser war ein ausgezeichneter
Ausbilder, der die nötige Ruhe für Pferd und Reiter hatte,
um sie zum Erfolg zu führen. Unsere alten Turnierreiter kommen
aus seiner Schule. 1949 hat er den ersten Reitkurs in Rotthalmünster
für die Schüler der Landwirtschaftsschule abgehalten und
bildete damit den Nachwuchs der Reitvereine heran.
1950 wurde auf der DLG in Frankfurt ein Zehnerzug vorgestellt.
Es war dies der erste Zehnerzug, der sich nach dem 2. Weltkrieg
der Öffentlichkeit zeigen konnte. Fahrer war Josef Resl. Der
Zehnerzug wurde damals zweimal erstplaziert.
Außer diesem Zehnerzug fuhr Sepp Wasner einen Zweispänner,
wurde damit zweitplaziert und Georg Geislberger in Manertsöd
einen Vierspänner, womit er erstplaziert wurde.
1953 wurde auf der DLG Wanderausstellung in Köln ein Bundeswettkampf
ausgetragen. Die Bayer. Reiter-Teilnehmer erkämpften sich dort
unter 6 Mannschaften aus dem Bundesgebiet den 4. Platz. In der bayerischen
Gruppe waren 3 Teilnehmer aus dem Rottaler Reit- und Fahrverein,
darunter Georg Rutzinger aus Reut auf Gamba sowie Hans Wasner aus
Wasen auf seiner Stute Edeltanne. Namhafte Reiter wie Hans-Günther
Winkler waren hier vertreten.

Am Sprung Hans Wasner auf Edeltanne
1954 beteiligten sich unsere Reiter auf dem Zentrallandwirtschaftsfest
in München im Wettkampf der Gespanne. Markus Hartl, Singham,
fuhr den Rottaler Zehnerzug, Adolf Fischer einen Einspänner.
Auf dem Sportplatz in Rotthalmünster wird ein Springturnier
ausgetragen, von der Tierzuchtschule und Reitverein ausgerichtet
und von der Marktgemeinde mitfinanziert, wobei sich Maria Auer,
Malching, (Maria Holzeder) auf „Libelle" in Kat. A den
ersten Platz sichern konnte.
Eine Gruppe unserer Reiter beteiligte sich an der niederbayerischen
Standarten-Austragung in Straubing. Georg Rutzinger wurde dort Einzelsieger
auf „Engländerin".
1955 bis 1963 zeigt die Vereinschronik viele Beteiligungen an DLG
Wanderausstellungen, auf zentralen Landwirtschaftsfesten wobei immer
wieder die noch heute bekannten Namen wie Hans Holzeder beim Bundeswettbewerb
1960 mit seiner „Engländerin“ als Mannschaftssieger
der Niederbayerischen Mannschaft. Er errang 1963 auf dem Turnier
beim Karpfhamer Volksfest seinen 100. Sieg in Dressur, Springen
und Vielseitigkeit. Hans Wasner, Maria Auer (Holzeder) sind weiter
Namen, die immer wieder bei großen Turnieren auftauchen und
die auch heute noch in der Reiterszene gut bekannt sind.
1959 Franz X. Roiner übernimmt die Führung des Rottaler
Reit und Fahrverein. Er betreibt als erstes die Eintragung in das
Vereinsregister.
Es findet auch die Ausrichtung 7. der bayerischen Wanderstandarte
in Rotthalmünster statt; ein voller Erfolg.
1960 wurde der Verein in das Vereinsregister eingetragen.
1962 trug der Rottaler Reit- und Fahrverein sein erstes
Reit und Fahrturnier aus. (in Bad Füssing)
Bericht: Das diesjährige Turnier wurde für den 19. und 20.
Mai 1962 in Bad Füssing festgelegt, Schirmherr war Baron Karl v.
Moreau, Kleeberg.
Mit klingendem Spiel zogen die Turnierteilnehmer und die mit Ehrengästen
besetzten Kutschen durch die Straßen des Badeortes, an denen die
Kurgäste sich dicht gedrängt dieses seltsamen Schauspieles erfreuten.
An der Hauptprüfung, der Eignungsprüfung für Wagenpferde Zweispänner,
beteiligten sich 4 Gespanne.
Die Rottaler Hans Haslinger, Weihmörting und Hans Wasner, Wasen,
fungierten als Richter. Aus dem Verein beteiligten sich Josef Huber,
Kindlbach, und Georg Hasenberger, Steina. In der Dressur L holte
sich Hans Holzeder, Malching, mit der selbst gezogenen Stute "Goldelke"
den Sieg. Es folgten 3 Viererzüge, wovon Hans Haslinger mit seinem
sehr sauber vorgestellten Viererzug den l. Platz einnahm, während
Georg Hasenberger sich mit dem 3. Platz begnügen musste, beide vom
gastgebenden Verein. Eine artistische Leistung zeigt der Reitlehrer
des Vereins Franz Ernst, als er auf zwei Rottaler Stuten aus der
Zucht des Fischer Josef, Kirchham, stehend im vollen Galopp die
ungarische Post vorstellte.
Den Turnierplatz stellte der Bauer und Heilquellen-Besitzer Franz
Ortner zur Verfügung.
Zum Turnier entsandten 10 Vereine 72 Pferde.
1962 wurde die Jahresmitgliederversammlung zusammen mit den Mitgliedern
der Pferdezuchtgenossenschaft Griesbach abgehalten. Dr. Gründl
vom Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten
hält eine leidenschaftliche Rede für einen modernen Pferdetyp.
Roiner: "mit diesem Referat unseres obersten Zuchtleiters war
das Eis gebrochen und der Traum unserer Reiter wurde verwirklicht.
Anschließend kamen Zug um Zug Hengste mit Vollblutanteil und
Trakenerabstammung zum Einsatz:"
Der Verein beteiligte sich in diesem Jahr an insgesamt 14 Turnieren.
Reiter in der Reihenfolge Ihrer Erfolge.
1. Hans Holzeder Berating, 14 Siege, 39 Platzierungen
2. Arthur Velten Huberlöw, 1 Sieg, 7 Platzierungen
3. Wenzel Ruhstorf, 6 Platzierungen
4. Arthur Müller, Reitlehrer in der Höheren Landbauschule,
4 Platzierungen
5. Siglinde Schätz Penning, 3 Platzierungen
1960 bis 1978 war sicher der Höhepunkt der Aktivitäten
sowohl im gesellschaftlichen als auch im sportlichen Bereich.
Neben dem traditionellen Dreikönigsspringen
wurden jährlich
das „Große Reit- und Springturnier“ in Bad Füssing
oder in Pocking abgehalten, es fanden Sommernachtsfeste und Spanferkelessen
statt, die Beteiligung am Leonhardiumritt in Aigen war obligatorisch,
sowie die Beteiligung der aktiven Reiter an der Turnieren in ganz
Bayern. Der Reiterball an Lichtmess war mit der Höhepunkt des
Jahres.
Es wird 1965 berichtet vom Tod des Graf Arco, 1966 des Zehnerzugfahrers
Georg Hasenberger und 1969 von Markus Hartl.
1966 findet eine Jubiläums-Pferdeleistungsschau anlässlich
des 40-jährigen Bestehens (tatsächlich 43 Jahre) des Rottaler
reit- und Fahrvereins mit Einweihung des Turnierplatzes, sowie der
Austragung des Mannschaftswettkampfes statt.
Auch von freudigen Ereignissen, wie der Heirat der zwei aktivsten
und erfolgreichsten Reiterkameraden, Hans Holzeder aus Berating
und Maria Auer aus Malching und der vierspännigen Hochzeitskutsche
am 6. Dezember 1969 wird berichtet.
1971 wird das Stüberl in der Reithalle gebaut. Der Verein
wird, obwohl Bauherr Freistaat Bayern, mit DM 15.000 zur Kasse gebeten.
1973 Das 4. Bayerische Reitsportliche Zentrum wird in Rotthalmünster
errichtet.
1974 kandidiert Franz X. Roiner, nach nun 15 Jahren als 1. Vorstand
nicht mehr für dieses Amt.
Es sprengt den Rahmen, alle seine Leistungen und alle seine Verdienste
um den Verein hier aufzuzählen.
Ohne Übertreibung kann jedoch gesagt werden, dass er damals
schon die Basis für den Verein gelegt hat.
Er lebte und wirkte für "seinen Reitverein" (s. 1986)
1977 ein Dressurviereck muss erstellt werden. Der Boden ausgehoben
und eine Sanddecke eingebaut werden.
Der Rottaler Reit- und Fahrverein leistet hierzu den Betrag von
DM 18.500
1977 kam es anlässlich unseres Turniers in Bad Füssing zu einem
"beschämenden, eklatanten Reiterstreik".
Bericht an die Landeskommission f. Pferdeleistungsprüfung
Bismarckstrasse 57 8901 S T A D T B E R G E N
Rotthaimünster, 23.8.77 Betr.: PLS am 20./21.8.77 in Bad Füssing
hier: Störung der ordnungsgem. Durchführung
Sehr geehrte Herren l
Bei der Durchführung unserer mit Ihrem Schreiben vom 2.6.77 genehmigten
Veranstaltung kam es bei der Prüfung Nr. 1 (ein M/B Springen) unserer
Ausschreibung zu einem "beschämenden eklatanten Reiterstreik. Nach
Überprüfung des Parcours und nach der Abnahme sowie die Besichtigung
durch die Teilnehmer erfolgte nach mehrmaligem Abruf und Hinweis
auf die entsprechenden Bestimmungen der LPO nach vergangener Zeit
kein Einritt der ersten Teilnehmer. Im Beisein des zweiten Vereinsvorsitzenden,
Herrn Max Schätz, wollte ich mich erkundigen, ob durch eine technische
Panne der Abreiteplatz nicht rechtzeitig verständigt worden war.
Dabei trafen wir im Parcours auf den Beauftragten der Landeskommission,
Freiherrn v. Wolffersdorff, der über den Vorgang mit Herrn Rupert
Moll und Frau Winnie Mitterer diskutierte. Als ich ur. Aufklärung
über das nicht angekündigte Geschehen bat, erklärte mir Herr Moll
fast wörtlich, dass er bei den verlangter. Anforderungen sein Pferd
nicht für siebenhundert Mark im Parcours verheize. Frau Mitterer
unterstützte die Ansichten des Herrn Moll.
(Nur zur Richtigstellung; die Prüfung Nr. -1 war mit 900,- DM ausgestattet).
Ich habe Herrn Moll grobe Taktlosigkeit und Unsportlichkeit vorgeworfen,
weil er es nicht für nötig gehalten hat, den Veranstalter von dieser
Aktion vorher zu verständigen.
Ich fasse dieses Verhalten als einen Affront gegen Veranstalter,
Schirmherrn, Spender der Prüfung und Zuschauer auf. In der weiteren
"Diskussion, in der ich um eine Lösung Im Interesse der anwesenden,
meist gehbehinderten Zuschauer ersuchte, ergaben sich drei Gesichtspunkte;
der Parcours ist abgenommen und kann nicht geändert werden, der
Veranstalter kann und will diese Prüfung nicht aufstocken, um künftig
nicht weiteren Erpressungsversuchen ausgesetzt zu sein und die Reiter
starten bei dieser Dotierung nicht.
Ein Zuschauer - Herr Bause -, der wie viele Zeuge des beschämenden
Ereignisses war, spendete DM 300,- zur Aufstockung. Nach dieser
Zusage erfolgte ö e Durchführung der Prüfung. Ich habe jedoch bei
der Platzierung bislang nur die ursprünglich ausgeschriebenen Beträge
ausgezahlt und den Reitern mitgeteilt, dass ich von der Landeskommission
Weisung erbitte, wie die Verteilung dieses Betrages erfolgen soll?
Ich erbitte hiermit Ihre Anweisung. Gleichzeitig ersuche ich um
Überprüfung wieweit die Teilnehmer gegen die Bestimmungen der LPO
verstoßen haben? Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn ich sehr bald
Ihre Ansicht und Ihre Veranlassungen zu diesem Vorgang, der Ihnen
sicher auch von Ihrem Herrn Beauftragten berichtet worden tat, erfahren
könnte. Im Vorstand des Rottaler Reit- u. Fahrvereins ist die Meinungsbildung
über ein Turnier dieser Art im nächsten Jahr noch nicht abgeschlossen.
Zur ungünstigen Witterung bei der Hauptveranstaltung kommt die Wirkung
dieses unverständlichen Verhaltens einer Reitergruppe auf alle Gönner
und Förderer des Reitsportes. Es wird sich schwerlich eine Mehrheit
für ein künftiges Turnier finden lassen, wenn solche Geschehnisse
nicht mit Sicherheit ausgeschlossen sind. Mit freundlichen Grüßen
( Dr. Leistner) Vorsitzender
1977 wird das "Regionale Leistumszentrum" Rotthalmünster
gegründet.
1978 es liegt ein Protokoll über die Sitzung vom 2. Januar
1978 über das Ausbildungszentrum in Rotthalmünster
vor
Anwesende: Herr Max Weileder Passau, Herr Josef Bachl
Pfarrkirchen, Herr Josef Kreillinger Munzing, Herr Dr.
Leistner Rotthaimünster,
Herr Max Schätz Rotthaimünster, Herr Willi Fuchs Passau,
Herr Hans Holzeder Malching, Herr Georg Holzeder Malching,
Frau Ilse Weileder Passau.
Herr Max Weileder legte den Anwesenden die jetzige Situation für
das Ausbildungszentrum in Rotthaimünster dar:
Der als Reitlehrer im AZR vorgesehene Manfred Fischer hat abgesagt.
Gründe:
1. Aussprache mit Herrn Direktor Egger, der absolute Aufsichr. über
Manfred Fischer forderte.
2. Zu geringe Honorierung.
3. Kein langfristiger Vertrag.
Auf Wunsch des Verbandes der Reit- und' Fahrvereine Niederbayern-
Oberpfalz sollte aber möglichst umgehend mit der Arbeit in Rotthaimünster
begonnen werden. Herr Bachl, der sich in der Verbandssitzung vom
22.11.1977 als Technischer Leiter für das AZR zur Verfügung gestellt
hatte, stellt folgende Grundsatzforderungen:
1. Genaue Formulierung, unter welchen Bedingungen die Reitanlage
dem Verband zur Verfügung steht. Es muss noch einmal geklärt werden,
wieweit man den Reitbetrieb von der Höheren Landbauschule lösen
kann. Ein genauer Vertrag über die Kompetenzen zwischen Verband
und Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten
muß vorliegen. Es muss geklärt werden, ob man nicht entsprechend
der Fachauf- sicht auch die Dienstaufsicht für das AZR nach Landshut
legen kann.
2. Die Honorierung muss genau festgelegt werden, eventuell mit zusätzlicher
Vergütung für zwei Pferdepensionen.
3. Für das AZR soll ein eigener Haushaltsetat aufgestellt werden;
der Etat soll nicht in einem Betrag mit der Landwirtschaftsschule
ausgewiesen werden. Es könnte dann z.B. über den Leiter des AZR
auch der Futtereinkauf wesentlich günstiger getätigt werden als
bisher.
Herr Dr. Leistner verwies auf das Protokoll der letzten Sitzung
mit dem Staatsministerium, das bei Herrn Kühn, Landshut, liegen
müsse, worin die bisherigen Schwierigkeiten mit Herrn Direktor Egger
bereits protokollmäßig geklärt wären. Der örtliche Verein würde
den Leiter des AZR voll und ganz unterstützen.
Herr Kreillinger, als Vertreter der Pferdezüchter, schlug vor, den
Leiter des AZR durch Pferdeausbildung, z.B. je 3 Monate, und Vermarktung
prozentual am Verkauf vertragsmäßig zu beteiligen, wodurch sich
die Einnahmen für den Ausbilder wesentlich erhöhen würden.
Sämtliche Anwesenden waren sich darüber einig, dass der erste Leiter
des AZR unbedingt eine Persönlichkeit mit Fachkenntnissen sein müsse;
so sei Herr Bachl unbedingt am besten dazu geeignet.
Es ist notwendig, das Dreiecksverhältnis Staat - vertreten durch
Herrn Direktor Egger - Verband und Leiter des Zentrums, in gute
Harmonie zu bringen und die Jugend durch moderne Ausbildung weiterzufördern.
Auch Herr Kreillinger unterstütze Herrn Bachl von Seiten des Zuchtverbandes
mit allen Mitteln. Eventuelle Schwierigkeiten können durch regelmäßige
Besprechungen der Beteiligten ausgeräumt werden.
Herr Bachl, der ja Lehrmeister ist und einen Bereiter und zwei Lehrlinge
beschäftigt, erklärt sich bereit, mit seinen Leuten das AZR zuführen,
wenn die oben genannten Forderungen geklärt sind. Verteiler: Herrn
Ministerialrat Dr. Gründl Herrn Baron von Wolffersdorf Herrn Kühn
Herrn Dr. Leistner
1978 Der Bau eines Pferdestalles wird auf dem Grundstück,
welches von der Kirche im Erbbaurecht erworben wurde, für DM
102.800 durchgeführt.
1979 ist die Verbandsmeisterschaft Ndby/Opf im Springen und in
der Dressur für Senioren.
(Plakat von 1979)

1983 wird von einer Unruhe im Verein berichtet, nachdem mit dem
Neubau eines Pferdestalles der Verein sich verschulden musste, die
Vorstandschaft beabsichtigt komplett zurück zu treten. Der
damalige Ehrenvorsitzende Franz X. Roiner konnte die Vorstandschaft
überzeugen, im „Interesse des Gemeinwohls und der Bedeutung,
die der Verein in der breiten Bevölkerung habe“ geschlossen
weiter zu wirken.
1986 stellt Franz X. Roiner das von ihm verfasste und 1986 im Eigenverlag
erschienene Buch „Reiten und Fahren mit Rottaler Warmblut
vor.
Quelle der vorgenannten Gründungsgeschichte ist überwiegend
das von Franz X. Roiner verfasste und 1986 im Eigenverlag erschienene
Buch „Reiten und Fahren mit Rottaler Warmblut“
Doch die Zeit wurde noch härter.
Die „Landbauschule Rotthalmünster“ wird langsam
aufgelöst. Der Reitverein muss enorme Mittel für die Pacht
aufwenden. (Geld und Sachleistungen)
Lange, sowohl unter Vorstand Max Schätz, als auch noch unter
Vorstand Georg Holzeder wird wegen eines Kaufes der Anlage verhandelt.
Der Freistaat Bayern wollte nicht vom Preis von DM 440.000 abweichen,
den der Rottaler Reit- und Fahrverein nicht aufbringen konnte.
1988 Der Bayerische Ministerpräsident Dr.h.c. Franz Josef
Strauß übernimmt die Schirmherrschaft beim „Großen
Reit- und Springturnier“ in Pocking.
Als dann 1993 die Beschälplatte (In den Stallungen auf der
Reitanlage standen staatseigene Hengste aus Schwaiganger auf Station)
aufgelöst wird und der Pachtpreis nochmals angeglichen werden
sollte, sah man sich nicht mehr in der Lage, die Kosten für
die Pacht aufzubringen.
Man suchte einen Unterpächter für die Stallungen. Dieser
übersprang jedoch den Reitverein und pachtete die komplette
Anlage direkt vom Freistaat, der Reitverein war Unterpächter
mit erheblichen Auflagen. Die Hallenbenutzung war Werktags ab 17.00
Uhr sowie am Wochenende mit Einschränkungen; der Springplatz
wurde als Weide zweckentfremdet, der Dressurplatz war beschränkt
nutzbar. Der Hauptpächter, der das Gelände als „Gestüt
Birkenhof“ bezeichnete war der uneingeschränkte Herr
auf der Reit-, Hasenzucht-, Rassehundzuchtanlage mit Gänse-
und Rinderaufzucht.

Trotzdem wurde der Schulbetrieb, ausschließlich ehrenamtlich,
werktäglich 2 Stunden lang durchgeführt.
Eine neue starke Jugend wuchs heran, die Kadermitglieder wurden
(auch Bayerischer Landeskader) und sehr erfolgreich an Bezirks-
und Bayerischen Meisterschaften teilnahmen. Die Turniervorbereitung
war jedoch immer extrem schwierig.
1999 Kathrin Dobler wird mit ihrer Bambina dritte bei den Bayerischen
Meisterschaften Junioren II mit einem Sieg in der Finalprüfung
im Springen.
Katharina Drestl wird auf Ihrem Nesquik Verbandsmeister im Springen
Pony Kat.C
2000 Kathrin Dobler wird mit ihrer Bambina fünfte bei den
Bayerischen Meisterschaften Junioren im Springen und Aufnahme in
den Bayerischen Landeskader.
Bernadette Eder gewinnt auf Gina die Verbandsmeisterschaft im Springen
Junioren
Es stehen lediglich noch 8 Pferde in den Ställen des Rottaler
Reit- und Fahrverein, darunter 4 Vereinspferde.
Der Rottaler Reit- und Fahrverein e.V. sieht einer ungewissen Zukunft
entgegen.
Die Mitglieder sind kaum zu motivieren Dienst auf der Anlage zu
verrichten;
für wen auch, für den Hauptpächter? sicher nicht.
Insgesamt auch eine schwere Zeit für den Vorstand Renate Maier,
die diese jedoch mit Bravour meisterte.
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